6 Fragen – 2. Antwort


Skizzieren Sie, wie Sie sich die Mobilität im Jahre 2030 im Kreis Ahrweiler vorstellen

„Vernetzte Individualität“ könnte ein Szenario unserer Mobilität im Jahre 2030. Hier erwartet man ein hochvernetztes Verkehrssystem, wo der Verkehrsfluss autonomer Verkehrsmittel im Zusammenspiel mit noch manuell gesteuerten Fahrzeugen intelligent optimiert wird. Sicherheits- und Rechtfragen (z. B. Datenschutz, Terror und Regeln für den Straßenverkehr) sind neben technischen Herausforderungen gesellschaftlich zu klären.

Für Sie eine Orientierungshilfe. Ihr Vergleich mit den Positionen der Parteien. Gemeinsam mit dem BUND baten wir die aktuellen politischen Kräfte des Stadtrates und die Kandidaten für den Ortsvorsteher in Bad Neuenahr um ihre Einschätzung zu aktuellen Themen.

BUND logo-kurz



Zur zweiten Fragestellung. Die Antworten sind wieder in alphabetischer Reihenfolge der Parteien aufgelistet. Die Kandidaten zum Ortsbeirat Bad Neuenahr folgen den Parteien.


Bündnis 90/Die Grünen

In der Kreisstadt wächst die Zahl der PKW doppelt so stark wie die Zahl der Einwohner. Zugleich werden die Fahrzeuge größer und schwerer. Das kann so nicht weitergehen. Neben dem Ausbau des o.g. öffentlichen Busangebotes hat für uns die Elektrifizierung der Ahrtalbahn Priorität. Wir pochen weiter auf den barrierefreien Ausbau des Haltepunktes „Ahrweiler Markt“ und geben den neuen Bahnhaltepunkt „Neuenahr Mitte“ als Bestandteil der erfolgreichen LaGa-Bewerbung nicht auf. Dazu fordern wir, rechtzeitig zur LaGa Weichen und Gleise wieder einzubauen, die die Bahn vor Jahren völlig unnötig entfernt hat. Den Prüfauftrag dazu haben wir im Kreistag durchgesetzt.  E-Bikes, E-Scooter, E-Roller, Lastenräder fordern neue Wege: Fahrradstrassen, Radwege, Radstreifen und, vor allem: eine Haltung, dem Umweltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr Vorrang zu geben.

CDU

Es wird auch 2030 einen Individualverkehr im Ahrtal geben. Mit welcher Motorisierung Elektro, Hybrid, Benziner oder Diesel wird durch Forschung und Automobilindustrie einerseits und notwendigen Klimaschutz und Anforderungen aus der Marktnachfrage andererseits bestimmt werden. Im Interesse des Klimaschutzes ist darüber hinaus abzusehen, dass der ÖPNV weiter sein Angebot ausweitet und das Fahrrad, insbesondere das “E-Bike” einen noch höheren Stellenwert erreichen wird.

DIE LINKE

 Hier lautet mein Slogan: „Öffentlicher Verkehr hat Vorrang vor dem Individualverkehr!“. Soll heißen: Statt noch mehr Straßen und Parkplätze zu bauen, sollte man den ÖPNV ausbauen und das Fahrradfahren befördern und erleichtern, unter anderem durch sichere und attraktive Fahrradwege (insbesondere hier sollten die Kommunen eng zusammenarbeiten, um ein entsprechendes Radwegenetz zu entwickeln). Untersuchungen zeigen: Mehr Straßen bedeutet auch mehr Verkehr, mehr ÖPNV bedeutet dagegen eine merkliche Umweltentlastung. Die Abgase und der Lärm macht die Menschen krank. Das belastet wiederum die Krankenkassen. Mehr Parkplätze bedeutet auch weniger Natur. Der Kreis sollte das Car-Sharing fördern und Elektroladestationen für E-Bikes und E-Autos flächendeckend verstärkt ausbauen. Die Verwendung von Elektroautos sollte belohnt werden, unter anderem durch freies Parken auf öffentlichen Parkplätzen. Eine verstärkte Bodenversiegelung durch Beton und Asphalt begünstigt Überschwemmungen, senkt den Grundwasserspiegel, was wiederum die Trinkwasserversorgung erschwert.

FDP

Intelligente Vernetzung von Individualverkehr, Personennahverkehr (ÖPNV), autonomes Fahren, Carsharing, autonom fahrende Shuttle Busse. Elektromobilität wird 2030 eine große Bedeutung haben. Öffentliche Ladesäulen für E-Autos und E-Bikes verteilen sich an strategischen Stellen in der Stadt.

FWG

Zunächst ist festzuhalten, dass dies eine Frage ist, die auf Kreisebene und nicht auf Stadtebene entschieden wird. Das bestehende ÖPNV-Konzept befindet sich in der Erprobungsphase, eine Revision wird also erfolgen und man darf auf die Ergebnisse gespannt sein. Nach unserem Eindruck gibt es angesichts der vielen relativ leeren Busse Nachbesserungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Linienführung und des Tarifsystems (siehe hierzu auch unsere Ausführungen zu ‚Stadtbus‘). Eine wichtigere Rolle soll in diesem Zusammenhang die Bahn übernehmen, was die Elektrifizierung und zusätzliche Haltepunkte (z. Bsp. Hemmessen) bedingt.

SPD

Auch 2030 wird das motorbetriebene Kraftfahrzeug das Verkehrsmittel Nr. 1 sein – darüber muss man sich im Klaren sein. Aber es muss nach zukunftsorientierten Wegen gesucht werden, um die Belastungen durch Motoren mit Verbrennung fossiler Energieträger zu reduzieren. Für mich und die SPD dazu losgelöst von den überregionalen Debatten einige örtliche Kernforderungen: Umrüstung der Ahrtalbahn von Diesel auf elektrische oder alternative Antriebe; Zusätzliche Haltepunkte in Lohrsdorf und Bad Neuenahr-Mitte und Ausbau als S-Bahn zur Steigerung der Akzeptanz; Ausbau der Radwegenetze und ergänzende Anlage von Fahrradschutzstreifen; Anlage von Pendlerparkplätzen zur Senkung des Einzelverkehrs; Erhalt des Bus-ÖPNV mindestens auf inzwischen erreichtem Niveau.

WÄHLERGRUPPE JAKOBS

Klimawandel, CO2 –Bilanz oder endliche Ressourcen sind brennende Themen der Zeit und absolut ernst zu nehmen. Wir gehen davon aus, dass wir uns erst am Anfang einer Veränderungsepoche befinden. Auf der anderen Seite sind uns allen Individualität und spontane Möglichkeiten zum Handeln wichtig. Dazu gehört natürlich auch eine attraktive Mobilität. Diese muss aber nicht immer auf einem eigenen KFZ basieren. Bis 2030 haben wir knapp elf Jahre Zeit . Da gilt es vorhandene Strukturen zu optimieren, Taktzahlen zu erhöhen und Angebote günstiger zu machen. Einfach zu lösen ist die Anschlusssituation in Remagen. Die Ahrtalbahn startet dort drei Minuten bevor der RE5 aus Bonn ankommt. Günstige Jahrestickets analog der Studententickets könnten den Umstieg attraktiv machen. Nachfrage schafft hier eindeutig verbessertes Angebot.



Kandidaten Ortsvorsteher Bad Neuenahr



Richard Lindner

Hier liegt keine Stellungnahme vor.

Detlef Odenkirchen

Mehr Fahrgemeinschaften, der elektronische Busverkehr wird auf unseren Straßen fahren. Mehr elektrische Mietfahrzeuge, vielleicht von den Ahrtalwerken eingesetzt für unsere Pendler und täglichen Nutzer im Einsatz. Da darf es zunächst keine Denkverbote geben. Die Umsetzung wird wie alles im Leben eine Kostenfrage sein. Darüber müssen wir dann gemeinsam reden.

Dr. Axel Ritter

„Im Jahr 2030 wird allgemein der Anteil der elektrisch betriebenen als auch der mit anderen alternativen Antrieben versehenen Fahrzeuge deutlich zugenommen haben. Abhängig von einem etwaig erforderlichen Batteriesystem und/oder einem anderen System zur Einspeisung der Energie müssten entsprechende Systeme – ggf. auch von den Kommunen – vorgehalten werden. Der Kreis könnte daran verdienen.

Wenn man die Elektromobilität weiter fördert, muss man dafür Sorge tragen, dass die Bereitstellung der Energien umweltverträglich geschieht. Der Bau von weiteren Windenergieanlagen ist dabei nicht immer vorteilhaft. Weitere Solaranlagen, ggf. in Kombination mit neuentwickelten Systemen zur Generierung von elektrischem Strom, könnten hier Abhilfe schaffen.

In einigen Kommunen könnte – ggf. temporär beschränkt, beschränkt auf bestimmte Personengruppen – ein fahrscheinloser Nah- und/oder Fernverkehr eingerichtet werden.“   

Michael Schwede

Es sollte ein ausgeglichener Mix der Mobilität zwischen Individualverkehr und öffentlichem Nahverkehr geschaffen sein. Hiebei sollte speziell auf den Straßen und Gehwegen eigene Spuren für die jeweilge Fortbewegungsart existieren. Dies unter der Berücksichtigung, dass 2030 nur noch wenige Verbrennungsmotoren unterwegs sein werden. Daher sind Ladestationen für alle Formen der E-Mobilität in angemessenen Abständen unabdingbar.


Den gesamten Fragenkatalog finden Sie hier – Fragenkatalog 

Antworten auf die Frage – Kaffee to-go Abfallvermeidung

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