6 Fragen – 3. Antwort – Eintrittspreise

Eintrittspreise – die Fragestellung: Anders wie bei vorangegangen Gartenschauen, die auf Konversationsflächen entstanden sind, befinden wir uns hier im schmalen Tal. Der Bürger wird bis Ende 2022 mehrmals am Tag mit den Auswirkungen der Schau konfrontiert. Wie könnte dieses Verständnis der Bürger im Rahmen der Eintrittspreise kompensiert werden?

Zur zweiten Fragestellung. Die Antworten sind wieder in alphabetischer Reihenfolge der Parteien aufgelistet. Die Kandidaten zum Ortsvorsteher Bad Neuenahr folgen in alphabetischer Reihenfolge.


Bündnis 90/Die Grünen

Die LaGa darf öffentliche Räume und Freiflächen nicht noch mehr, und vor allem nicht dauerhaft kommerzialisieren. Sie sollte im Gegenteil Menschen wie Natur Raum geben für spontane, nicht in jedes Detail vorgeplante und vorgefertigte und damit kostenlose Nutzungen. Wir erwarten zudem von der klimaneutralen LaGa Impulse, um die Folgen und Folgekosten des Klimawandels noch rechtzeitig einzudämmen. Die LaGa gGmbH ist gemeinnützig. Sie muss keine Gewinne machen, soll aber auch nicht mit Verlusten kalkulieren. Am Ende bleiben von Gartenschauen auch nicht die Wechselbeete und Ausstellungshallen. Was bleibt, sind die nachhaltigen Impulse für die Entwicklung einer lebendigen Stadt – wie es in Koblenz gelungen ist. Damit steht und fällt auch die Akzeptanz der Einwohner, nicht in erster Linie mit der Höhe der Eintrittspreise.

CDU

Ob man “dieses Verständnis” mit monetären Vorteilen bei Eintrittspreisen für die Bürger kompensieren muss, glaube ich nicht. Vielmehr gilt es, die mittel- und langfristigen Vorteile und positiven Auswirkungen der Landesgartenschau für unsere Stadt und deren Bürgerinnen und Bürgern heraus zu stellen, deutlich zu machen und um Verständnis für die vorübergehenden Beeinträchtigungen zu werben.

DIE LINKE

Ich favorisiere hier eher viele Sponsoren mit ins gemeinsame Boot zu holen, die mithelfen, die Eintrittspreise für finanziell Bedürftige mit zu subventionieren. Die Eintrittspreise sollten auch nach sozialen Kriterien gestaffelt werden. Ich setze mich dafür ein, dass finanziell schwache Menschen, die nachweisen können, dass sie von öffentlichen Transferleistungen leben (müssen), einen  freien Eintritt, zumindest aber einen stark ermäßigten Eintritt, erhalten. Kinder, die nicht älter als 12 Jahre alt sind und Rentnerinnen, Rentner mit einer Armutsrente, sollten ebenfalls einen freien Eintritt erhalten. Wichtig ist, dass die Landesgartenschau so gestalten wird, dass sie „nachhaltig“ ist, eine nachweisbare Verbesserung für Menschen und die Umwelt mit sich bringt, auch für nach uns folgende Generationen. Die Stadt sollte die Begrünungspflicht durchsetzen, flankiert durch eine entsprechend Gestaltungssatzung, so dass Schottergärten nicht mehr zugelassen werden. Viele andere Kommunen haben schon eine entsprechende Satzung erlassen. 

FDP

Wir haben keine Konversionsflächen! Im Gegenteil, wir haben Parkanlagen von sehr hoher Qualität, die nun noch besser gemacht werden. Wir heben also unsere bestehende Attraktivität und unsere Stärken noch mehr hervor. Somit werden wir für die Tourismuswirtschaft wertvoller und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger steigt und sie profitieren davon.

Ich plädiere dafür, dass die Bewohner eine personalisierte Dauerkarte zu einem vergünstigten Preis erhalten können.

FWG

Die Laga ermöglicht der Stadt durch diverse (Förder-) Mittel Investitionen und Projekte, die unter normalen Umständen nur schwer oder gar nicht realisierbar wären. Dass Baulärm und -dreck sowie verschiedenste Beeinträchtigungen dabei zutage treten, liegt auf der Hand, dient jedoch der Weiterentwicklung unserer Stadt. Auch während der eigentlichen Veranstaltung im Jahr 2022 wird es für die Bürger*innen Einschränkungen geben, wenn beispielsweise kostenpflichtige Bereiche nicht frei zugänglich sind, oder auch der Besucherandrang zur Verknappung von Parkraum führt. Es wäre daher einerseits sinnvoll über ermäßigte Ticketpreise für die Bürger*innen nachzudenken, andererseits muss aber auch ein attraktiver ÖPNV, der das Stehenlassen des PKW zur Zeit der Laga (und danach) fördert, ebenso in die Diskussion einfließen.


SPD

Es ist richtig, dass die LAGA 2022 inmitten der urbanen Flächen unserer Stadt durchgeführt wird. Unstrittig ist dabei, dass Teile der Flächen während der sechs Veranstaltungsmonate nur mit Eintrittskarte zugänglich sein können. Auf der anderen Seite werden aber auch Daueranlagen geschaffen, die in ihrer Vielfalt und Schönheit den Einwohnern hoffentlich noch über viele Jahre Freude bereiten werden. Im Übrigen hat es auch schon andere Gartenschauen „mitten in der Stadt“ gegeben, aus deren Erfahrungen wir durchaus schöpfen können. Während „Einwohnerrabatte“ rechtlich weitgehend unzulässig sind, könnte beispielsweise der Erwerb einer Dauerkarte, evtl. mit einem Frühbucherrabatt, die an rund 190 Tagen mit geschätzt 3.000 Veranstaltungen uneingeschränkten Zutritt ermöglicht, eine mehr als akzeptable Kompensation bedeuten.

WÄHLERGRUPPE JAKOBS

Die Einwohner und Einwohnerinnen der Kreisstadt werden in der Tat bis Ende 2022 mit zahlreichen Einschränkungen leben müssen. Da sind die Zäune während der Veranstaltungsmonate vermutlich noch das kleinste Problem. Bis dahin erwarten uns Baumaßnahmen in Stadt und Grünflächen, Straßenerneuerung, Sicherheitsabsperrungen, Materiallager, und vieles mehr. Während der Gartenschau hoffentlich viele Besucher, ausgebuchte Gasthäuser und lange Schlangen an den Eisdielen. Eine Möglichkeit der Entschädigung sind hochkarätige Events im Ausstellungsbereich, zu denen man sonst nicht extra fahren würde. Aber natürlich auch günstige Dauerkarten für die Ausstellungszeit. Damit ist nicht nur der Eintritt ins Gelände möglich, sondern auch die Nutzung von bekannten und heute schon genutzten Querungswegen, wenn denn entsprechende Ein- und Ausgänge dort vorgesehen werden. Die WÄHLERGRUPPE JAKOBS fordert günstige Dauerkarten.



Kandidaten Ortsvorsteher Bad Neuenahr



Richard Lindner

Hier liegt keine Stellungnahme vor.

Detlef Odenkirchen

Die LAGA wird vielen Menschen in den kommenden Wochen und Monaten zur Belastung. Darüber sind wir uns bewusst. Wir erhalten aber auch alle eine unglaubliche Chance und auch eine gute nachhaltige Entwicklung für unsere Gesamtstadt. Wir werden alle davon profitieren. Mein Credo ist: Wer hier wohnt sollte auch Sonderkonditionen erhalten, schließlich sind die Anwohner die besten Werbeträger, dieser unseren Landesgartenschau.

Dr. Axel Ritter

„Zunächst einmal kann man Unannehmlichkeiten wie Lärm und Staub vermeiden, indem man einen Teil der vorgesehenen Maßnahmen, wie den vorgesehenen Abriss des Pavillons aus den 1950er Jahren am Bahnhof und der Kurpark-Liegenschaften, nicht durchführt.

Dann kann man Baumaßnahmen im Vorfeld der Planungen auf eine Umweltverträglichkeit hin überprüfen und optimieren.

So verursacht z.B. das Schneiden von Gehwegplatten aus Beton mit einem benzinmotorbetriebenen Gerät ein Vielfaches mehr an Geräusch- und Staubemissionen als das Brechen von vergleichbaren Platten aus z.B. Keramik. Allgemein sind Fertigbauteile schneller errichtet und mit weniger Lärm und Schmutz auf der Baustelle verbunden als herkömmlich gefertigte Bauteile und die daraus hergestellten Objekte. 

Weitere Maßnahmen wären die frühzeitige und gezielte Verbreitung von relevanten Informationen sowie für die betroffenen Bürger Vergünstigungen bei den Tickets.“

Michael Schwede

Ich finde es selbstverständlich, dass den Bürgern der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ein Bonus auf die Eintrittskarten gewährt wird.


Blickwinkel – das Thema mal anders betrachtet – Eintrittspreise

Den gesamten Fragenkatalog finden Sie hier – Fragenkatalog 

Antworten auf die Frage – Kaffee to-go Abfallvermeidung

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