Fahrradabstellplätze – (k)ein mutiger Schritt

Der Ansatz der Vorlage ist erst mal erfreulich. Doch wer Mobilität fördern will, darf nicht stehen bleiben. Der Umstand, dass so viele Menschen die Stadt mit dem Fahrrad besuchen, lässt das besondere Potential für die Zukunft erkennen. Fahrradabstellplätze – (k)ein mutiger Schritt

Die Argumentation seitens der Verwaltung, dass der vermeintliche Diebstahl über eine Sachversicherung abgedeckt ist, lässt jedoch Feingefühl und Empathie für die Radfahrer vermissen. Parallel ist zu hinterfragen, ob die Fokussierung für die Radler des „Ahr-Radweges“ folgerichtig ist. Eine gute Erreichbarkeit ist auch für kurzzeitiges Abstellen wichtig, also für Alltagsradler und Shopper.

Mit Radverkehr dreht sich was im Handel. Laut einer Untersuchung der AGFK (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern) wirkt sich die Förderung des Radverkehrs deutlich positiver auf den örtlichen stationären Einzelhandel aus und führt eben nicht zu Umsatzeinbußen, wie scheinbar viele Einzelhändler und somit auch die Verwaltung der Stadt glauben zu wissen.

Impulskäufe bei Fußgängern und Radfahrer sind viel häufiger als bei Autofahrern. Sie sind mit der richtigen Infrastruktur einfach viel näher dran.

Übrigens, RLP ist eines der wenigen Bundesländern, die einen Zusammenschluss fahrradfreundlicher Städte noch nicht verwirklicht haben. Erstaunlich, wenn man die Wertschöpfung des Tourismus in diesem Bundesland sieht. Die Studien des AGFK zeigen, dass der Einzelhandel die Bedeutung des Autos für die Anfahrt seiner Kunden viel zu hoch einschätzt und die des Fahrrades unterschätzt.

Man kann es nicht oft genug wiederholen – Radfahrer geben in Summe mehr Geld aus als Autofahrer!

Nun kommt das Argument des mangelnden Transportvolumens … Auch das widerlegt die AGFK relativ leicht – 80% der Einkäufe hätten bequem mit einem Fahrradkorb oder einer Satteltasche transportiert werden können. Stattdessen wurde in 77 % der Fälle das Auto gewählt – obwohl es nur bei 6 % nötig gewesen wäre.

Oft werden schöne Radabstellplätze gebaut, nur werden sie nicht genutzt. Warum? Fahrradfahrer sind intelligente Energiesparer und meiden jeden Umweg. Sie stellen ihr Rad möglichst nahe und gut sichtbar am Ziel ab.

„Mit einem klimaneutralen Entwicklungskonzept – dem ersten einer Gartenschau – bestreitet die Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler Neuland und zeigt wie gesunde Prozesse umgesetzt werden.“ – Bewerbung Landesgartenschau. Man kann nur hoffen, dass sich die Verwaltung und auch der Rat an den eigenen Maßstäben messen lassen. Nachhaltige Mobilität braucht keine Lippenbekenntnisse, sondern mutige Entscheidungen.

Sein Fahrrad erst aus einem Metallknäuel zu befreien, oder die Diebstahlsorge steigert nicht die Lust und das Wohlempfinden am Fahrradfahren. Darum sollte jede Fahrradfahrt an einen attraktiven Abstellplatz in der Nähe des Ziels enden.

Grund genug für die Architekten und Bauherren wirklich gute Radabstellanlagen zu errichten. Diese sollen nicht nur optisch ansprechend, sondern auch funktional und bequem zu händeln sein. Seit Mai 2016 regelt die DIN 79008 Stationäre Fahrrad-Parksysteme. Informationen bietet der ADFC auf seiner Webseite.

Nur wenn eine neue Verkehrsplanung die konkreten Bedürfnisse der Menschen aufgreift, können wir einen massenhaften Umstieg auf das Fahrrad erreichen.

Fahrradabstellplätze – (k)ein mutiger Schritt – vielleicht doch?

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Bürgerinformationssystem Bad Neuenahr-Ahrweiler

Text – ADFC – Ortsgruppe Bad Neuenahr-Ahrweiler – Herzlichen Dank!

Bild – von MichaelGaida auf Pixabay – Herzlichen Dank!

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